Besonderheiten für Sozietäten und Scheinsozietäten

Als Sozien gelten Berufsangehörige, die ihren Beruf nach außen hin gemeinschaftlich ausüben (Briefkopf und/oder Kanzleischild), und zwar unabhängig vom Innenverhältnis (§ 1 II Ziffer 1 AVB-RSW).
Der Versicherungsfall eines Sozius gilt als Versicherungsfall aller Sozien (§ 12 AVB). Dies gilt unabhängig davon, wer im konkreten Fall im Außenverhältnis gegenüber dem Mandanten haftet, auch im Falle der wirksamen Vereinbarung eines Einzelmandats. Sinn dieser Regelung ist, dass der bzw. die Versicherer nicht klären müssen, welcher Sozius für einen Fehler verantwortlich ist.

 

Vermeiden von Deckungslücken

Im Regulierungsfall treten die Versicherer mit einer sog. Durchschnittsleistung ein. Unterschiedliche Versicherungssummen der Sozien können zu Deckungslücken führen. Um dies zu vermeiden, sollten daher alle Sozien mit einer gleich hohen und ausreichenden Versicherungssumme versichert sein. Umstände die den Versicherungsschutz beeinflussen, gehen zu Lasten aller Sozien (§ 1 II Ziffer 3 AVB-RSW). Begeht z. B. ein Sozius eine wissentliche Pflichtverletzung, besteht für die gesamte Sozietät kein Versicherungsschutz.